Viszerale Faszien und ihre Anwendung in der TCM

mit Andreas Haas

Für diesen Kurs sind keine Shiatsu-Kennstnisse erforderlich, lediglich gute Kennstnisse in Anatomie und Meridianverläufen wie ab Mitte einer körpertherapeutischen Ausbildung.

Faszien und TCM – eine spannende Verbindung zweier Philosophien, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, aber doch gemeinsame Prinzipien widerspiegeln. In beiden Systemen zeigt sich die naturgegebene Ordnung von Räumen und Funktionen, von Verbindungen zwischen innen und außen sowie der phänomenologischen Anamnese bei Pathologien.Faszien und TCM – eine spannende Verbindung zweier Philosophien, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, aber doch gemeinsame Prinzipien widerspiegeln. In beiden Systemen zeigt sich die naturgegebene Ordnung von Räumen und Funktionen, von Verbindungen zwischen innen und außen sowie der phänomenologischen Anamnese bei Pathologien.

Die viszerale Faszientherapie ist eine moderne, evidenz-basierte Behandlungsmethode, die sich an der Anatomie, Physiologie und Morphologie der Faszien orientiert. Hierbei wird das Fasziengewebe als universell verbindende und organisierende Struktur verstanden, das für die Gesundheit aller Organe von entscheidender Bedeutung ist. Die TCM ist ein Medizinsystem, dass sich an den Abläufen der Natur orientiert und den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet, als ein Teil universaler Kräfte.
Das Prinzip der verbinden Kräfte ist somit in beiden Sichtweisen als elementarer Bestandteil integriert.

Alle Viszera (Organe) des menschlichen Körpers sind sehr eng mit dem Bindegewebe (den Faszien) vernetzt. Die Organe werden von Faszien getragen, ernährt, innerviert, gegen andere Organe abgegrenzt, beweglich gehalten, vor Infekten geschützt und untereinander verbunden.
Diesem Netzwerk von Faszien liegt eine exakt definierte Ordnung und Struktur zugrunde, die den Organen Form und Halt gibt und sie gleichzeitig in den Körperhöhlen befestigt. Die Körperhöhlen ihrerseits werden von Strukturen des Bewegungsapparates gebildet, wodurch eine enge Verbindung zwischen den Organen und dem Bewegungsapparat entsteht. 

Im Rahmen der Viszeralen Faszientherapie können diese Verbindungen als genau definierte Anheftungslinien beschrieben werden. Über diese Anheftungslinien sind die Organe an den Körperhüllen befestigt und über fasziale Spannungslinien an sogenannten Ankerpunkten im Bewegungsapparat stabilisiert. All diese Punkte und Linien bilden ein dreidimensionales Fasziennetzwerk, in dem die Viszera und die Bewegungssegmente über Spannungszüge verbunden sind und sich gegenseitig in einer Balance halten. Die viszeralen Funktionen und die Bewegungen der myofaszialen Strukturen sind voneinander abhängig und werden über die Faszien koordiniert. Störungen eines der beiden Systeme haben zwangsläufig Auswirkungen auf das andere. 

Bei Betrachten dieser strukturierten Beziehungen erkennen wir, dass das Netzwerk der viszeralen Faszien in vielen Bereichen dem Netzwerk der Meridiane und der Akupunkturpunkte entspricht. Funktionskreise der chinesischen Medizin spiegeln sich wider in funktionellen Faszienverbindungen und lassen auf wundersame Weise eine zugrunde liegende Ordnung erkennen. Viszerale Ankerpunkte entsprechen Alarm- und Mu-Punkten, vegetative Projektionszonen decken sich mit Shu-Punkten.
In der Faszientherapie ist die Phänomenologie der Symptome ein entscheidendes Kriterium für die Therapieauswahl – ein Konzept, das die chinesische Medizin in Perfektion anwendet. Somit stehen sich die beiden Medizinsysteme nicht gegenüber, sondern können sich gegenseitig ergänzen und unterstützen.

In diesem Seminar wird die Ordnung der viszeralen Faszien präsentiert, die Verbindungen zum Bewegungsapparat und die Beziehungen zum Vegetativum erläutert. Zahlreiche Palpationsübungen ermöglichen das räumliche Ertasten und Erfahren der faszialen Ordnung in der Tiefe der Organe und an der Körperoberfläche. Davon ausgehend werden die Beziehungen zur Chinesischen Medizin erläutert und die Verbindungen der beiden Systeme vorgestellt. Praktische Anwendungen ermöglichen die Anwendung in der klinischen Praxis.

Termin:
Fr. 24.- So. 26. Januar 2020
Uhrzeit : Fr. und Sa.10:00 - 18:00 Uhr, So. 10:00 - 17:00 Uhr

Preise:
Bei frühzeitiger Anmeldung bis 4 Wochen vor Kursbeginn: 400,- Euro
Bei später Anmeldung (weniger als 4 Wochen vor Kursbeginn): 490,- Euro

haas

Andreas Haas
Nach Ausbildungen in Humanmedizin (Teilstudium), Heilmassage, Osteopathie, Craniosacraler Therapie und Tuina-Anmo-Therapie seit 1990 Referententätigkeit in den Bereichen Faszien, Tuina und zahlreichen manuellen Therapieformen. Seit 2013 Entwicklung der Integrativen Faszientherapie® . Gründungsmitglied der FRO (Fascia Research Organisation), Gastdozent auf diversen internationalen Schulungen und Kongressen, u.a. International Fascia Research Congress, Fascia Research Summer School, FDM-Kongress Katowice, TCM-Kongress Rothenburg, IMSB Medical Pool. Gründer und Leiter des Manus Ausbildungszentrums 1998 bis 2013. Gründer und Leiter des Manus Fascia Center 2014  https://www.manus.at

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